(Neo)nazis im Westhavelland – Antifaschistischer Jahresrückblick 2010 erschienen

Rassistische, antisemitische und völkische Strömungen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft sind vor allem im (Neo)nazismus zu einer menschenverachtenden Weltanschauung vereint, die das Fundament für dessen kämpferisch – aggressiven Ausdruck bildet, der gegen bestimmte Menschen sowie gegen die, diese schützenden Verfassung der Bundesrepublik gerichtet ist.

Eine lokale Antifaschistische Recherchegruppe hat deshalb Ideologie, Organisation, Strategie und Taktik des (neo)nazististischen Milieus sowie dessen Wirken am Beispiel des Verdichtungsraumes Rathenow – Premnitz im brandenburgischen Westhavelland analysiert und in Form eines Rückblicks auf das Jahr 2010 für die interessierte Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Der Bericht der Gruppe zeigt, dass sich die (Neo)nazis im Analysegebiet fortschreitend parteigebunden organisieren, um dann durch die Nutzung von und der Teilnahme an demokratischen Prozessen politische Macht zu erringen, in Folge dessen ihre menschenverachtende Ideologie legal zu beleben, letztendlich die bestehende Verfassung außer Kraft zu setzen und die Bundesrepublik durch ein neues „Reich“ in Anlehnung an die NS Diktatur von 1933 – 1945 zu ersetzen.

Im Westhavelland ist der Organisierungsprozess der NPD, als die Partei des (neo)nazistischen Lagers, unter Zuhilfenahme von Mitglieder_innen und Sympathisant_innen verbotener (Neo)nazikameradschaften fortgeschritten und dient als Sprungbrett für die „Missionierung“ des gesamten Umlandes mit Schwerpunkt Westbrandenburg. In diesem Zusammenhang ist eine verstärkte Zusammenarbeit mit (Neo)nazis aus dem Raum Brandenburg an der Havel, Potsdam, Nauen und Neuruppin zu beobachten.

Darüber hinaus war das westhavelländische Milieu bzw. dessen Repräsentant_innen auch weiträumiger, bei Veranstaltungen im gesamten Land Brandenburg, wie auch in anderen Bundesländern, wie in Sachsen-Anhalt, Sachsen oder Berlin, fest eingebunden. Als Schulungsbeauftragte, als Redner und insbesondere als „Ordner“ waren die westhavelländische (Neo)nazis, etliche davon wegen schwerer Straftaten gerichtlich vorbelastet, dabei eingesetzt worden.

Gewaltvergehen oder Gewaltverbrechen mit (neo)nazistischen Hintergrund sind jedoch, langfristig betrachtet, im Westhavelland eher rückläufig. Wurden so im Jahr 2000 noch weit über 30 Gewaltstraftaten bekannt, waren es 2010 kaum eine Hand voll.

Die Aggressivität ist jedoch geblieben und das nicht nur in der verbalen Artikulation. Die Personen die Anfang der 2000er Jahre maßgeblich für gewalttätige Ausschreitungen gegen Flüchtlinge, Antifaschist_innen sowie Angehörige alternativer Subkulturen verantwortlich waren, haben heute entscheidende Positionen in der regionalen NPD Struktur.

Hinweis:

Der Bericht kann hier:  http://westhavelland.files.wordpress.com/2011/01/antifa-jahresrueckblick-2010.pdf (ca.26MB) kostenlos heruntergeladen werden (Rechte Maustaste, “Ziel Speichern unter” wählen).
Um das Dokument, eine PDF-Datei, zu lesen ist ein Reader, beispielsweise von Adobe notwendig, der hier:  http://www.chip.de/downloads/Adobe-Reader_12998358.html kostenlos heruntergeladen werden kann.

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