Kuhirt neuer Rathenower NPD Chef

Das es sich bei der so genannten „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ (NPD) um eine eindeutig (neo)nationalsozialistische Organisation handelt, dürfte der interessierten Öffentlichkeit bereits bei der Analyse der Parteiprogrammatik nicht entgangen sein. Mehr oder weniger offensichtlich kann hier deren völkischer Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus herausgelesen werden.

Auch das vermeintliche bürgerliche Antlitz, dass sich die NPD im Zuge der Teilnahme an den Wahlen der letzten beiden Jahre zugelegt hatte, scheint dabei nicht wirklich von Dauer, sondern im „Kampfjahr 2010“, zumindest regional, ein Auslaufmodell zu sein.

So stand, gemäß Information der Pressestelle des NPD Kreisverbandes Havel-Nuthe, der bisherige, oberflächlich bürgerlich wirkende Vorsitzende des NPD Stadtverband Rathenow und Abgeordnete des Kreistages Havelland, Dieter Brose, für einen erneuten Vorsitz nicht mehr zur Verfügung und wurde nun, während der Jahresversammlung des Verbandes, durch den einschlägigen (Neo)nazi Benjamin Kuhirt abgelöst.

Kuhirt gehört seit spätestens 2000 zum (neo)nazistischen Milieu in Rathenow und galt von 2003 bis mindestens 2005 als Anführer der verbotenen Kameradschaft „Sturm 27“. Auch Gewaltdelikte an denen er beteiligt war, boten dabei dem Brandenburger Innenministerium einen Grund für das Verbot der Vereinigung im April 2005. So beschädigten Kuhirt und weitere Mittäter beispielsweise am 6. März 2004 eine Pkw eines Antifaschisten in einem Ortsteil von Rathenow. Des weiteren haben zahlreiche Propagandadelikte, wie das Zeigen des so genannten „deutschen Grußes“ („Hitlergruß“), Einträge in seiner Strafakte hinterlassen. Zahlreiche Straftaten verübte Kuhirt dabei auch gemeinsam mit dem ehemaligen Rathenower NPD Stadtverbandsvorsitzenden Marcell Horlebeck (Amtszeit: 2005-2008). Am Freitag,  den  06. April 2001, versammelten sich die beiden sowie drei weitere (Neo)nazis beispielsweise, gegen 21.00 Uhr auf dem Schleusenplatz in Rathenow, konsumierten dort Alkohol und skandierten u.a. „Die Türken, die Kanaken sollen verrecken!“ und „Die Juden pissen wir auf die Gräber“.

Zuletzt fiel Kuhirt am 1. Mai 2008 negativ auf. Im Zuge des damals neben dem „Tag der Arbeit“ begangenen Himmelfahrtstages, der landläufig auch als so genannter „Herrentag“ zelebriert wird, blockierten er und weitere erheblich alkoholisierte (Neo)nazis den Straßenverkehr in der Steinstraße in Rathenow derart, dass Pkws genötigt wurden anzuhalten. Als eine Frau mittels hupen die (Neo)nazis zum freimachen der Straße aufforderte, trat Kuhirt gegen ihr Auto, bedrohte sie und flüchtete anschließend, wurde aber wenig später durch die Polizei verhaftet.

Die Rathenower NPD Sektion offenbart sich mit ihrem neuen Vorsitzenden einmal mehr als Nachfolgeorganisation der gewaltbereiten, verbotenen Kameradschaftstrukturen. Denn bereits Kuhirts Vorgänger Marcell Horlebeck sowie der derzeitige Vorsitzende des für Rathenow zuständigen Kreisverbandes Havel-Nuthe, Michel Müller, sind für ihre Anhängerschaft bei „Sturm 27“ und „Hauptvolk“ (Verbot 2005) bekannt.

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