(Neo)nazis blamieren sich in Stendal

Für den heutigen Freitag hatten so genannte „Freie Kräfte“ aus Sachsen – Anhalt im altmärkischen Stendal einen Aufmarsch anlässlich der Bombardierung der Stadt im Frühjahr 1945 angemeldet.

Ähnlich wie in anderen Städten, versucht das lokale Milieu offenbar auch hier, durch Kreierung  eines „nationalen“ Opfermythos Geschichtsrevisionismus zu betreiben und gleichzeitig sich selbst als alternative, aufstrebende Bewegung gegen den „herrschenden Zeitgeist“ hervorzuheben.

Anders als vergleichbare Veranstaltungen, beispielsweise in Magdeburg oder Dresden, zeichnet sich das hiesige (neo)nazistische Milieu, das heute gerade einmal 80 Sympathisant_innen anlockte, aber eher durch Lethargie und Dilettantismus aus.

Mit ungefähr zwei Stunden Verspätung setzte sich der müde Haufen erst in Bewegung, marschierte dann via Bahnhofstraße, Frommhagenstraße, Nicolaistraße und Blumenthalstraße „einmal um den Block“ und führte dazwischen eine sehr knappe Zwischenkundgebung durch. Hierbei stotterte und lallte der Anmelder der Versammlung recht lustlos ein paar Sätze ins Megafon, in denen er kurz und knapp an die alliierten Bombenangriffe in Magdeburg, Dresden, Chemnitz  und eben Stendal erinnerte.

Emotionaler wurde es im (Neo)naziaufzug nur, als Antifaschist_innen ihnen immer wieder lauthals ihre Unmut entgegenbrachten.

Bereits am Bahnhof, in Front zum (Neo)naziaufmarsch fanden sich mehrere autonome Antifaschist_innen hinter  einem Banner mit der Aufschrift „Klassenkampf statt Vaterland“ zusammen und hielten den (neo)nazistischen Parolen vom „Nationalen Sozialismus“ und der „roten Pest“ ein kräftiges „Alerta Antifascista“ entgegen.

Keine 200m weiter ging es dann richtig zur Sache als ungefähr 40 Personen den (Neo)naziaufzug mit Leuchtraketen und Schottersteinen vom Bahnhof aus angriffen und die (Neo)nazis von der Polizei eilens in die Frommhagenstraße derigiert wurden.

Dort ging es allerdings auch nicht mehr weiter, da Antifaschist_innen den Platz Ecke Nicolaistraße blockierten, so dass den (Neo)nazis nur der schmachvolle Weg zurück Bahnhof über die Nicolaistraße blieb. Gerade einmal  0,90 der geplanten 7,00 km hatten die Teilnehmer_innen des (Neo)naziaufmarsches dabei zurückgelegt.

Eine Antwort to “(Neo)nazis blamieren sich in Stendal”

  1. Bericht zur Nazidemo in Stendal (12.03.2010) | TermineMD Says:

    […] Quelle und Fotos der Demo(teilnehmer): Antifa Westhavelland […]

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