Antirassistische Demonstration zum Weltfriedenstag in Neuruppin

Ungefähr 100 Menschen kamen am vergangenen Samstag, den 4. September 2010, in Neuruppin zusammen, um im hintergründlichen Zusammenhang zum Weltfriedenstag auf die Situation von in der Bundesrepublik lebenden Flüchtlingen, die aus Angst vor Krieg und Unterdrückung ihre Heimat verließen, aufmerksam zu machen.

Die vom Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ organisierte Veranstaltung unter dem Motto „Gegen Krieg und Vertreibung – Asyl ist Menschenrecht“ thematisierte jedoch nicht nur die Ursachen der Flucht, wie beispielsweise den auch mit Soldat_innen der Bundeswehr geführten, aktuellen bewaffneten Konflikt in Afghanistan, sondern kritisierte auch die unhaltbaren Zustände, die Asylsuchende in der Bundesrepublik, genauer gesagt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, ausgesetzt sind.

Vor allem die menschenunwürdige Art der Unterbringung der Flüchtlinge im Neuruppiner Heim bzw. die unmögliche Heimleitung wurde in Redebeiträgen kritisiert, ebenso wie der Rassismus, der Asylsuchenden hier immer wieder entgegenschlägt.

Auch der Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin beteiligte sich an der Veranstaltung und bejahte in seinem Redebeitrag, hinsichtlich der auch ihm nicht verborgenden „Ausländerfeindlichkeit“ in der Region, eine gute Jugendpolitik, die „frühzeitig demokratische Denkweisen“ herausbilde und so „Rechtsradikalismus“ vorbeuge.

Die Demonstration des Bündnisses endete am Neuruppiner Schulplatz, wo derzeit die Ausstellung „Labyrinth Fluchtweg“ präsentiert wird. In einem beengten LKW-Anhänger können die Besucher_innen die Angst und die Bedrückung der Asylsuchenden während ihres Weges in ein sicheres Land, die kalte Bürokratie der Behörden, den Hass der Rassist_innen oder die Qual und Unsicherheit der Abschiebehaft beeindruckend nacherleben.

Der „Weltfriedenstag“ ist ein Gedenktag, bei dem sich die Menschen seit Anfang der 1950er in der damaligen DDR und seit 1966 auch in der Bundesrepublik, aktiv, im Rahmen von Veranstaltungen, für den Weltfrieden und gegen jede Form von Krieg bekennen. Als festes Datum wurde hierfür der 1. September gewählt, womit an die Auslösung des Zweiten Weltkrieges, des verheerendsten Krieges des 20. Jahrhunderts, durch die Nationalsozialist_innen erinnert werden soll.

In Neuruppin marschierten anlässlich des „Antikriegstages“, zuletzt 2007 und 2009, auch (Neo)nazis auf, um Ihrerseits die Thematik mit antisemitischen und völkischen Parolen zu unterwandern und gleichzeitig den historischen Nationalsozialismus bzw. dessen aggressive Kriegspolitik zu relativieren.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: