Keine Zukunft für Nazis in Leipzig

Am heutigen Nachmittag planten (Neo)nazis mehrere Propagandaaufmärsche in Leipzig durchzuführen und damit ihr angebliches „Recht auf Zukunft“, einer völkischen, rassistischen und antisemitischen Zukunft, einzufordern. Dazu hatten die lokalen (neo)nazistischen Akteure vier Veranstaltungen angemeldet, die von Sammelpunkten im Norden (Wahren), Westen (Plagwitz) und Süden (Probstheida) sternmarschartig zum Innenstadtring geführt werden sollten.

Aufgrund der zahlreichen ebenfalls angemeldeten Gegenveranstaltungen machten die Behörden den (Neo)nazis jedoch schon im Vorfeld einen Strich durch die Rechnung. Der Südaufmarsch wurde verboten und als Ersatz für die drei anderen Aufzüge nur eine stationäre Kundgebung an der Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofs gestattet.

Zumindest im Fall des Nordmarsches versuchten die (Neo)nazis dann gerichtlich ein Recht zum aufmarschieren zu erkämpfen, scheiterten aber vor den Instanzen der Verwaltungsgerichte.

Am Vormittag fanden sich jedoch trotzdem ungefähr hundert Antifaschist_innen am geplanten Aufmarschpunkt im Norden, genauer gesagt in der Georg-Schumann-Straße,  ein, um eventuell auf eine für die (Neo)nazis günstige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes schnell reagieren zu können. Die fiel aber nicht, so dass die von der Bereitschaftspolizei aufgestellten Wasserwerfer und Räumpanzer nicht eingesetzt wurden. Die antifaschistischen Gegendemonstrant_innen formierten sich dann stattdessen zu einer Spontandemonstration und liefen Richtung Innenstadt.

An der Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofes sammelten sich derweil, geschützt durch eine „Wagenburg“ aus Einsatzwagen der Polizei sowie hunderten Beamt_innen, ungefähr 200 (Neo)nazis um den Leipziger Stützpunktleiter der „Junge Nationaldemokraten“ (JN) und Aufmarschanmelder, Tommy Naumann.

Trotz Lautsprecherwagen konnte diese Kundgebung jedoch bei weiten nicht die Kraft entfalten, welche die Veranstalter_innen möglicherweise erhofften. Umzingelt von tausenden von Gegendemonstrant_innen und durchnässt vom Dauerregen boten die (Neo)nazis nur ein erbärmliches Bild.

Letztendlich war es ihn wieder nicht gelungen im großen Stile in Leipzig aufzumarschieren. Auch die bestätigten, kurzzeitigen taktischen (neo)nazistischen Spontanaufmärsche in Halle/Saale und Geithain können nicht über die strategische Niederlage in Leipzig – das Konzept Sternmarsch ist gescheitert – hinwegtäuschen.

Für Nazis gibt es keine Zukunft.

2 Antworten to “Keine Zukunft für Nazis in Leipzig”

  1. Keine Zukunft für Nazis in Leipzig « AA RDB – Autonome Antifa Radeberg Says:

    […] Bilder und Text auf http://www.westhavelland.wordpress.com […]

  2. Lefti Says:

    Das Thema hat sich eh bald erledigt. Siehe hier:

    V-Mann wirbelt Nazi-Zentrum in Leipzig auf
    Robert 26.03.2011 – 22:57
    Neuen Erkenntnissen zufolge wurde seitens des sächsischen Innenministerium in Verbindung mit dem Staatsschutz vor mehr als zwei Jahren ein verdeckter Ermittler ins Nazi-Zentrum in der Odermann-Strasse 8 in Leipzig eingeschleust, um die Leipziger Naziszene ordentlich aufzumischen. Offensichtlich gelang es ihm, die Nazis in zwei Lager zu teilen, in dem er einen großen Teil der „freien Kräfte“ für sich, gegen die Leipziger NPD, vereinnahmen konnte. Dem Ziel, der Selbstaufgabe des Nazitreffs ist man so ein großes Stück näher gekommen.
    Wie wir heute erfahren haben, kam es am 26. März 2011 während einer Naziveranstaltung hinter dem Zaun der Nazis zum handgreiflichen Eklat, infolgedessen die Kluft zwischen NPD und anderen Nazis stark vertieft wurde. Nach unseren Einschätzungen löst sich das Problem Nazi-Zentrum in Leipzig bald von selbst.

    http://de.indymedia.org/2011/03/303290.shtml

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