Dresden am 13. Februar 2011

Gestern demonstrierten mehrere tausend Menschen einmal mehr gegen Versuche des (neo)nazistischen Milieus in Dresden (Sachsen) durch eine verlogene Geschichts- und Gedenkpolitik die Verbrechen des Nationalsozialismus zu relativieren sowie Propaganda für ihre völkische, rassistische und antisemitische Ideologie zu betreiben.
Die (neo)nazistische Vereinigung „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ hatte  dabei bereits seit August 2010 für eine Veranstaltung am 13. Februar geworben und überregionale Infoabende veranstaltet. Seit dem 7. Februar 2011 wurde zu dem zu einer so genannten Aktionswoche aufgerufen, die bundesweit Beachtung gefunden haben soll, wird den Informationen auf der Intersetseite des Bündnisses glauben geschenkt. (1.)
Bekannt sind u.a. (neo)nazistische Plakatierungen in Bushaltestellen im Raum Nauen (Osthavelland), die auf eine weitgehende Mobilisierung für den Aufmarsch in Dresden zurückschließen lassen.
Dieser auch als „Trauermarsch“ bezeichnete Höhepunkt der Aktionswoche fand nun gestern in der Zeit von 15.00 bis 19.00 Uhr, von der Dresdener Altstadt ausgesehen, jenseits des Hauptbahnhofes statt. Hier hatte ein mehrere tausend Beamt_innen starkes Polizeiaufgebot einen rechteckigen Laufweg hermetisch, durch einen Ring von Absperrgittern und Kontrollposten an allen Zuwegen, abgeriegelt. Ein weiterer Sperrgürtel wurde an den wichtigsten Zufahrtswegen errichtet, um das Aufmarschgebiet weiträumig zu sichern. Gegenveranstaltungen waren hier auch nicht gestattet, deren Teilnehmer_innen sollten stattdessen weitab, in der Dresdener Neustadt, ihren Protest zum Ausdruck bringen.
Trotzdem gelang es bis zu 1.500 Menschen sich an der Münchener Straße Ecke Bergstraße, unmittelbar an der Marschroute der (Neo)nazis zu positionieren um von dort aus ein deutliches Zeichen gegen (Neo)nazismus zu setzen.
Von der Altstadt aus näherten sich zu dem weitere 2.500 Gegendemonstrant_innen (2.)   bis zum Hauptbahnhof um von dieser Seite aus ihren Protest gegen die ungefähr 1.300 (neo)nazistischen Marschierer (3.)   zu bekunden.
Deren Marsch hatte dann erst nach 17.00 Uhr begonnen und wurde dann nicht in der ursprünglich geplanten Variante: Friedrich List Platz – Strehlener Straße – Ackermannstraße – Zellscher Weg – Bergstraße – Fritz Löffler Straße – Friedrich List Platz (4.) durchgeführt, sondern via Polizeianordnung verkürzt und durch die Reichenbachstraße geführt.
Damit konnte das (neo)nazistische Milieu freilich nicht die Außenwirkung für sich verbuchen, die es erhofft hatte. Zwar wurde deren Minimalziel, marschieren, durch die Polizei – durchgesetzt, jedoch keinesfalls die erhoffte Teilnehmer_innenanzahl erreicht.
Insofern ist am kommenden Wochenende, an dem weitere (Neo)naziaufmärsche (5.) angekündigt sind, mit einer größeren Zahl an (Neo)nazis zu rechnen.
Die überraschend große Anzahl an Gegendemonstrant_innen am 13. Februar lässt jedoch  auch auf ein größeres antifaschistisches Potential am 19. Februar hoffen.

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1.)  http://www.gedenkmarsch.de/dresden/?p=844
2.)  http://www.dresden-nazifrei.com/
3.)  http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2687651
4.) http://dresden1302.noblogs.org/post/2011/02/11/naziroute-bekannt-nur-miniaufmarsch-hbf-uni-hbf/
5.) http://www.netzwerkmitte.com/pages/termine.html

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