Eine kritischer Blick auf das Stadtfest 2011 in Rathenow

Verurteilter (neo)nazistischer Gewaltverbrecher als Einlasser / Provokationen durch (Neo)nazis am Samstagabend

Am vergangenen Wochenende versammelte sich die Rathenower Bürgerschaft wieder zum alljährlichen Stadtfest in ihrem Optikpark um die alltägliche Sinnkrise, die Seelenlosigkeit des Arbeitslebens oder das von Depressionen geplagte Bewusstsein in einer wirtschaftlich stagnierenden und soziokulturell sterbenden Region durch Mallorca-Musik und noch mehr Alkohol zu ertränken.

Wie üblich bei Geselligkeiten mit Alkoholausschank und ausschließlich deutschsprachigem Publikum, durfte auch hier die Avantgarde der lokalen Volksgemeinschaftromantiker_innen / Rassefanatiker_innen nicht fehlen. Früher nannte sich dieser berüchtigte Haufen „Hauptvolk“, heute agiert das braune Exkrement bzw. dessen Führungskader unter dem Label der NPD bzw. einer ihrer Untergliederungen.

(Neo)nazistischer Gewaltverbrecher als Türsteher

Geändert hat sich wenig. Auch die Platzhoheit auf dem Festgelände ist ihnen gewährleistet, weil die Türsteher am Optikpark ebenfalls dem „Hauptvolk“ nahestehen. Christian Wendt, der nicht nur an diesem Abend, sondern auch zu anderen Veranstaltungen dort, den Posten des Einlassers inne hat, bekannte sich so beispielsweise bis 2005 durch entsprechende Kleidung offen zu der mittlerweile verbotenen Organisation.

Doch dass ist nur die Spitze des Eisberges. Wendt ist ein verurteilter Gewaltverbrecher, der weder „an der Tür“, noch im Sicherheitsgewerbe allgemein etwas zu suchen hat. Am 11. Oktober 1998 überfiel er mit weiteren (Neo)nazis einen Reiterball in Rhinow und zerdrosch dabei einem bosnischen Türsteher mit einer Eisenstange den Schädel. Das Opfer überlebte die schwere Attacke nur knapp. Wendt wurde wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch rechtskräftig zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt (1.), die er bis 2002 auch in einer JVA absaß. Noch im selben Jahr arbeitete er dann aber bereits schon für eine Security – Firma auf dem Dachsbergfest in Premnitz (2.), wurde aber aufgrund seiner durch Presseveröffentlichungen bekanntgewordenen unrühmlichen Vergangenheit dort nicht mehr eingesetzt. Seit geraumer Zeit ist Wendt nun Türsteher in Rathenow.

The same Procedure …

Mit solchen Ordnern bzw. Sicherheitsdienst im Rücken kann das lokale (neo)nazistische Milieu natürlich aggressiver agieren als sonst. Provokationen, wie Pöbeleien und Rempeleien, waren so normal, Zivilcourage nicht denkbar.

Die Rathenower mögen die braunen Chaoten aus ihrer Stadt zwar nicht, wollen aber andererseits auch selber in Ruhe leben. Entsprechend hilflos agierte die lokale Polizei inkl. ihre Pseudosondereinheiten „gegen Rechts“, die den Sicherheitsdienst verstärkten. Um die insbesondere am Samstag recht dominant auftretende, braune Horde und insbesondere die Giftspritzer aus der lokalen NPD Führungsebene nicht unnötig zu erzürnen, wurden dann die polizeilich zur Zurückhaltung ermahnt, die sich die  Narrenfreiheit des (neo)nazistischen Milieus nicht mehr bieten lassen wollten. Platzverweise oder Hausverbote für die braunen Provokateure wurden hingegen nicht erteilt.

Fazit

Rathenow hat früher auch gerne mal zum Stadtfest Flagge gegen (Neo)nazis gezeigt. In diesem Jahr schienen jedoch eher die letzt genannten ihre Fahne hochzuhalten.
Aber das muss sich ja nicht wiederholen. Im nächsten Jahr ist wieder ein Stadtfest und dort kann sich wieder das demokratische Rathenow präsentieren, vielleicht auch mit einem anderen Sicherheitsdienst und im Idealfall ohne gewisse braune Dauerstörer.

Quellen:     

1.) Märkische Allgemeine Zeitung, „Sie gehörten zu den „Kinderglatzen“,  Gerichtsreport, 10. Juni 1999
2.) Antifaschistische Gruppen im Westhavelland (Herausgeber): „Rechtsextremismus im Westhavelland – Jahresrückblick 2002“, Seite63

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