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[AFN] Nazis auf die Pelle gerückt

26. Oktober 2011

Etwa 100 Antifaschist_innen demonstrierten am vergangenen Wochenende im Magdeburger Stadtteil Reform
Mit einer Demonstration im südlichen Teil der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt Magdeburg haben Mitglieder und Freunde der Autonomen Antifa Reform am letzten Samstag auf die Aktivitäten der latent (neo)nazistischen Hooliganvereinigung „Reformer Jungs“ aufmerksam gemacht.

Gemäß Demonstrationsaufruf übt diese Gruppierung eine gewisse Hegemonie in ihrem Viertel aus, dominiert die lokalen Straßen, den Jugendclub sowie die Diskothek und ist für zahlreiche gewalttätige Übergriffe gegen „Linke“ verantwortlich. (1.)

Staatsschutz und Lokalpolitiker bestreiten jedoch indes die latent (neo)nazistische Ausrichtung der „Reformer Jungs“ und reden das Problem so zu einer Lokalangelegenheit runter, die sich anscheinend dadurch bereinigt, wenn die Vereinigung keine Kleidungsstücke mehr mit dem Gruppennamen in Frakturschrift trägt. (2.)

Die Verfahrensweise im Mikrokosmos Reform offenbart so einmal mehr das Gesamtproblem in Magdeburg. Trotz des mittlerweile seit 21 Jahren andauernden (neo)nazistischen Terrors mit drei Toten und zahlreichen Verletzten, immer wieder kehrenden (Neo)naziaufmärschen im Januar und einer  NPD Vertretung in der Stadtverordnetenversammlung ist die Stadt nicht in der Lage ein Problembewusstsein zu entwickeln und diese Herausforderung souverän zu bewältigen.

Es bleibt lediglich die Hoffnung, dass die Kraft der antifaschistischen Jugend, die sich auch am vergangenen Wochenende – sicherlich nicht ausgereift, dennoch aber entschlossen – zeigte, langfristig eine Änderung der Verhältnisse bewirkt.

Quellen:

(1.) http://aarmd.blogsport.de/2011/08/22/aktionsbuendnis-gegen-rechte-gewalt-in-magdeburg-reform/

(2.) http://www.volksstimme.de/nachrichten/magdeburg/624184_Polizei-und-Stadt-befuerchten-Da-schaukelt-sich-im-Stadtteil-Reform-etwas-hoch.html