Archive for Dezember 2011

[AFN] Erfolgreiches Solidaritätskonzert in Brandenburg an der Havel

19. Dezember 2011

Dreistelligen Betrag für Blockierer_innen von Neuruppin zusammengerockt

Am vergangenen Freitag hatte das Antifaschistische Netzwerk [AFN] zu einem Solidaritätskonzert nach Brandenburg an der Havel geladen, um mit Freund_innen und Genoss_innen das Jahr abzuschließen und gleichzeitig Gelder für anstehende Prozesse gegen Antifaschist_innen zu sammeln. Hintergrund hierfür sind Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen mehr als 300 Menschen, die am 24. September 2011 in Neuruppin zeitweise eine (Neo)naziaufmarsch blockierten.

Für die musikalische Untermalung des Abends waren Bands mit unterschiedlichen Stilen geladen, die den Wünschen eines buntgemischten Publikums entsprachen. „Pion“ überzeugten so beispielweise mit ihrem emotionalen Crossover-Stil und „Drunken Skunks“ wiederum mit ihrem leichten Ska Rhythmen. Tone Down bedienten dagegen mit ihrem kraftvollen Beat die Hardcore-Fraktion bevor die beiden Hip Hop Acts „Tapete“ und „VMR“ den Saal endgültig zur Wallung brachten.

Ungefähr 170 Menschen führte das Konzert zusammen und hinterließ überwiegend positive Eindrücke. Auch die Blockierer_innen von Neuruppin können sich freuen, ihnen wird eine dreistellige Summe als Unterstützung zur Bewältigung der Prozesskosten zu Gute kommen.

Interessiert zeigten sich auch viele Konzertbesucher_innen an der Arbeit von AFN. Der vielfach zu hörende Zuspruch zu den durchgeführten Aktionen und Veranstaltungen sowie zum Erscheinen der Recherchebroschüre war nicht überhörbar. Er verlieh Kraft für die Herausforderungen im kommenden Jahr.

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei der Jukufa e.V., den Allgemeinen Studierenden Ausschüssen, dem SOLID Landesverband, den Gewerkschaften VER.DI und GEW, dem DGB sowie allen anderen Unterstützer_innen, die das Konzert ermöglicht hatten

[AFN] Dokumentation zu (Neo)naziaktivitäten in Brandenburg an der Havel erschienen

12. Dezember 2011

Ein antifaschistisches Autor_innenkollektiv hat in den vergangenen Monaten (neo)nazistische Tendenzen in Brandenburg an der Havel analysiert sowie zur Entwicklung des lokalen (Neo)nazimilieus seit Beginn der 1990er Jahre geforscht und daraus eine Broschüre erstellt, die ab sofort vorliegt.

In der Dokumentation wird aufgezeigt, dass seit ungefähr 20 Jahren ein (neo)nazistisches Milieu kontinuierlich in der Havelstadt aktiv ist, dass dieser Personenkreis Gewalt als legitimes Mittel ansieht und dabei sogar über Leichen geht.
Beschrieben werden aber auch aktuelle Versuche der NPD sowie so genannter „freier“ Kräfte in Brandenburg an der Havel verstärkt Lokalsektionen aufzubauen und somit in deren stadtübergreifende Erwägungen mit einzubeziehen bzw. deren überregionale politische Strategie zu integrieren.

Dem entgegen werden Beispiele genannt, wie dem (neo)nazistischen Milieu in jüngster Vergangenheit kreativ entgegengewirkt wurde, wie beispielsweise ein NPD Infostand in Brandenburg an der Havel durch einen Kuchenstand vereitelt oder ein (Neo)naziaufmarsch in Neuruppin erfolgreich blockiert wurde.

Kritisiert wird hingegen das Schweigen der Stadtführung zu den anhaltenden (Neo)naziaktivitäten. Es ist unverständlich das die drittgrößte Stadt im „toleranten“ Land Brandenburg, die gleichzeitig auch die Namensgeberin der Mark und Mitausrichterin der BUGA 2015 ist, es sich offenbar leisten kann einfach wegzuschauen. Haben die Verantwortlichen etwa nichts aus dem Tod des im Jahr 1996 von einem (Neo)nazi in Brandenburg an der Havel getöteten Sven Beuter gelernt?

Dokumentation als PDF (3,04 MB)

Neonazistische Straftaten (seit 1996, Auswahl)

Pressemitteilung als PDF

Doku-Video zur Broschüre

Wald(stadt)-Spaziergang in Potsdam

3. Dezember 2011

Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ demonstrierte gegen (Neo)nazis

Mehrere hundert Menschen haben heute, wie geplant, ein „Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt“ (1.) im Potsdamer Stadtteil „Waldstadt“ gesetzt.

Anlass war ein unangemeldeter, nächtlicher Aufmarsch von (Neo)nazis, bei dem an den gescheiterten Hitlerputsch vor 88 Jahren erinnert wurde. „Ein Kreis von Kameraden“ habe „in der Nacht vom 9. November 2011 den 16 Märtyrern gedacht, welche als erste ihr Leben für die deutsche Freiheit im Jahre 1923 gegeben hatten“, so dass so genannte „Infoportal Potsdam“ in einem Bekennerschreiben im Internet. (2.)  Zu dem Aufmarsch war ein Großteil der Teilnehmer_innen mit weißen Masken vor dem Gesicht erschienen und hatte Fackeln entzündet.

Das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ hatte daraufhin dazu aufgerufen, „im Hellen“ zu kommen, Gesicht zu zeigen sowie für eine vielfältige und bunte Stadt im „Hier und Jetzt“ zu demonstrieren. (3.) Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs appellierte bei der Auftaktkundgebung in der Saarmunder Straße Ecke Jagenstein zudem, den Auftritt von (Neo)nazis in der Landeshauptstadt nicht widerspruchslos hinzunehmen. Dem folgten die anwesenden Bürger_innen und reihten sich in den Wald(Stadt)-Spaziergang ein. Angeführt von der Trommlergruppe „Sexta Feira“ führte der Zug dann über die Saarmunder Straße, den Kahleberg sowie den Jagenstein einmal rundum durch Waldstadt.

Zu nennenswerten Störungen der Demonstration kam es nicht. Jedoch soll ein Fotograf des (neo)nazistischen Milieus kurzzeitig Bilder von den Veranstaltungsteilnehmer_innen angefertigt haben.

Quellen:

(1.) „Potsdam bekennt Farbe“: „Kommen Sie zum Wald(stadt)-Spaziergang“, Aufruf
(2.) „Infoportal Potsdam“: „Heldengedenken der Blutzeugen vom 9. November 1923, http://infoportal-potsdam.net/ak147.html
(3.) Wie (1.)