Statut

I. Allgemein

(1.) Die Antifa Westhavelland ist ein loser, antifaschistisch motivierter Zusammenschluss von Menschen, die sich strömungsübergreifend und undogmatisch gegen (neo)nazistischen Tendenzen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft engagieren.
(2.) Die Antifa Westhavelland ist keine Gemeinschaft im Sinne des Vereinsgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.

II. Antifaschismus

(1.) Die Antifa Westhavelland begründet den Bezug auf den Begriff antifaschistisch bzw. Antifaschismus aus traditionellen Gründen.
Es soll das symbolische Anknüpfen an die historischen, strömungsübergreifenden Bewegungen gegen Faschismus und Nationalsozialismus Anfang des 20. Jahrhunderts verdeutlichen.
(2.) Die Antifa Westhavelland deutet „Faschismus“ als völkischen Etatismus, in dem ein autoritärer Staat den Widerspruch zwischen oberen und unteren Gesellschaftsschichten  durch die Konstruktion eines biologistisch definierten Kollektiv scheinbar auflöst,  tatsächlich aber soziale Gegensätze durch Einschränkung individueller Freiheiten unterdrückt oder durch die Provokation von Konflikten mit anderen Nationen, in aggressiv-kämpferische weise,  ablenkt.
(3.) Als „Nationalsozialismus“ deutet die Antifa Westhavelland faschistische Strömungen in denen das ideelle völkische Kollektiv als ethnisch homogene Schicksalsgemeinschaft noch über dem Ideal des starken Staates erhoben wird.
Die nationalsozialistische Gesellschaft ist deshalb um die Erhaltung eines Menschenbildes bemüht, das sich nicht an inneren Werten orientiert, sondern Menschen nach ethnischen Merkmalen bewertet und in dieser Weise über sie richtet. Dabei wird die pseudowissenschaftliche Ansicht vertreten, dass es „parasitäre“ und „minderwertige“ Menschenarten gibt, denen vermeintlich nur im Rahmen eines Kampfes ums Dasein begegnet werden kann.
Im Rahmen dieses Sozialdarwinismus, der, wie zuvor angedeutet, in erster Linie eine antisemitische und rassistische Motivation hat, ist aber auch die Abwertung und Auslöschung von so genannten „lebensunwerten Leben“ innerhalb der völkischen Gemeinschaft durch „Eugenik“ ein Thema.
(4.) Das aktuelle Engagement der Antifa Westhavelland richtet sich vor allem gegen (neo)nationalsozialistische, kurz: (neo)nazistische, Tendenzen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft.
Als (Neo)nazismus wird durch die Antifa Westhavelland vor allem eine „neue“ Strömung des Nationalsozialismus beschrieben, die sich zwar ebenso völkisch, rassistisch und antisemitisch positioniert, jedoch einen aggressiv-kämpferischen Sozialdarwinismus in ihrem Vokabular sowie ihrer Programmatik vermeidet.
Statt der Provokation von ethnisch motivierten Konflikten mit dem Ziel der Vernichtung von vermeintlich „parasitären“ und „minderwertigen“ Ethnien, propagiert das (neo)nazistische Milieu heute einen so genannten „Ethnopluralismus“, der für alle Ethnien bestimmte Räume vorsieht, in denen sie getrennt voneinander zu leben haben.
Da dieser Zustand fiktiv ist, wird eine Durchsetzung dieser Vision nur in aggressiv-kämpferischer Weise, beispielsweise durch gewalttätige Pogrome oder Vertreibungen, möglich sein.
Der Präfix neo- muss deshalb bei der Verwendung des Begriffs (Neo)nationalsozialismus bzw. (Neo)nazimus  in Klammern gesetzt werden, da der Trennungsgedanken durch eine unterschiedliche Wertigkeit von Menschen begründet ist und die angestrebte Art der Trennung selber auch als Sozialdarwinismus gedeutet werden kann.

III. Antifaschistische Initiative

(1.) Dem Antifaschismus fällt in der Bundesrepublik durch ihre Geschichte bzw. der dokumentierten Vergangenheit der Staaten, deren Rechtsnachfolger sie ist, eine besondere Verantwortung zu.
Aufgrund der Erfahrung mit der nationalsozialistischen Herrschaft in den Jahren 1933 bis 1945 obliegen ihm deshalb vorrangig folgende Aufgaben, zu denen sich auch die Antifa Westhavelland bekennt:
–    Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
–    Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit
–    Aufdeckung und wissenschaftliche Analyse von (neo)nationalsozialistischen Tendenzen in der Gegenwart
(2.) Die Antifa Westhavelland ist ein Zusammenschluss von Menschen, denen Solidarität ein wichtiges Anliegen ist.
Wir solidarisieren uns mit Opfern (neo)nazistischer Gewalt oder bieten Menschen Schutz, die durch völkische, rassistische und antisemitische Hetze bedroht sind.
Gerne werden auch mitstreitende Freunde und Genoss_innen in ihrem Anliegen unterstützt.
(3.) Die Antifa Westhavelland ergreift aber auch selber die Initiative und macht durch Aktionen und Veranstaltungen auf (neo)nazistische Tendenzen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft aufmerksam bzw. stellt sich denen entgegen.

IV. Perspektiven

(1.) Die Antifa Westhavelland strebt eine gesellschaftliche Ächtung des (Neo)nazismus und seiner völkischen, rassistischen und antisemitischen Ideologie an.
(2.) Die Antifa Westhavelland spricht sich für eine Emanzipation der bundesrepublikanischen Gesellschaft zu einer gebildeten, engagierten, selbstbestimmten und  solidarischen Zivilgesellschaft aus.
Eine künstliche Verknappung von Wissen sowie staatliche Bevormundung und Überwachung in der politischen Diskussion lehnen wir ab.
(3.) Die Antifa Westhavelland bekennt sich zu einer multikulturellen Gesellschaft, die als Basis für die Entwicklung und den Austausch von bewährten und revolutionären geistigen und technischen Errungenschaften dient und damit die Gestaltung des Lebens im Jetzt und in der Zukunft bereichert.
(4.) Die Antifa Westhavelland steht für eine offene Welt, in der alle Menschen die gleichen Chancen haben. Unsere Welt endet dabei weder an den Grenzen der Bundesrepublik, noch an der EU-Außengrenze.

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